Ursula Poznanski – Fünf


Ursula Poznanski ist eine österreichische Schriftstellerin. Bevor sie sich ganz auf das Schreiben konzentrierte, begann sie ein Studium der Japanologie, Publizistik, Rechts – und Theaterwissenschaft. Zunächst schrieb sie lediglich Jugendromane –  Erebos (hier auf der Seite bereits rezensiert), für das sie 2011 u.a. den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt, und Saeculum. Bei Fünf handelt es sich um ihr erstes Werk für Erwachsene.

Fünf nimmt sich eines eher ungewöhnlichen Themas für einen Thriller an – nämlich dem sogenannten Geocaching. Wem das überhaupt nichts sagt, der muss sich nichts weiter dabei denken, denn geläufig ist diese Art der Erwachsenen-Schatzsuche in Deutschland noch nicht unbedingt. Es handelt sich hierbei um eine technisierte Schitzeljagd via GPS oder anderen kompatiblen Navigationssystemen. Für jeden Cache – d.h. jede Dose mit irgendwelchem Inhalt – gibt es Koordinationen, die der Suchende in sein Navigationssystem eingibt. Diese Dosen sind meistens in der freien Natur versteckt und enthalten Krimskrams, wobei es beim Geocaching auch nicht vordergründig um den „Schatz“ am Ende, sondern um die Suche danach geht.

Ausgangssituation ist der Fund einer Frauenleiche, der auf den Fußsohlen Koordinationen eintätowiert wurden. Beatrice und Florin, Mitarbeiter der Salzburger Polizei, versuchen nach Entdeckung dieser Koordinaten dem Täter auf die Spur zu kommen. Doch der hat alles, was nun folgt, offensichtlich bereits brilliant geplant und drängt die Polizei in eine fatale Rolle. Nicht nur wartet an jedem, durch die Koordinaten angezeigten Fundort, eine Dose mit Leichenteilen, sondern auch ein Rätsel, das jeweils zu einer bestimmten Person führt. Einer Person, die möglicherweise etwas mit dem Tod von Nora Papenberg zu tun hat. Die meisten Befragten aber reagieren völlig ahnungslos, als man ihnen ein Foto von Nora vorlegt und nachdem auch noch ein befragter Zeuge verschwindet, stehen Beatrice und Florin unter enormem Druck, doch irgendeinen Zusammenhang zwischen dem Mord und den Personen der Rätsel zu entschlüsseln. Eine dieser Personen ist ein Herr Sigart, der seine ganze Familie bei einem fatalen Brand verloren hat. Der schwerst traumatisierte Mann wird zur Schlüsselfigur des ganzen Falles.

Auch, wenn ich über Frau Poznanski schon Vieles gehört habe, wie vorhersehbar sie sei oder dass sie sich nur aktueller Themen bediene und sie auslutsche wie ein Karamellbonbon – wenn jemand spannend schreiben kann, dann sie! Ich finde es nicht im Geringsten verwerflich, dass sie sich aktueller Themen bedient, im Falle von Erebos und Saeculum waren das Computer – bzw. Rollenspiele, für mich vermag sie es in ein Gewand zu kleiden, was mich nicht moralisieren, sondern gut unterhalten soll. Und das schafft sie auch hier! Zunächst war ich etwas abgeschreckt von dieser ganzen Geocaching-Thematik, die mir irgendwie zutiefst abstrus erschien, aber als ich mich erst einmal darauf eingelassen hatte, war ich hellauf begeistert.

Wer auf richtig gut gemachte Thriller steht – lesen, lesen, lesen!

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