Arthur Conan Doyle – Der Hund der Baskervilles


Arthur Conan Doyle (1859-1930) war ein britischer Arzt und Schriftsteller.  Seine Detektivromane rund um den kongenialen Sherlock Holmes und seinen Chronisten Watson haben ihn, vermutlich, unsterblich gemacht. Ursprünglich war Conan Doyle Augenarzt, aber nachdem ihm nur eine sehr kleine Patientenschaft beschieden war, begann er in seiner freien Zeit die Figur des Sherlock Holmes zu entwickeln. 1893 hatte sich Conan Doyle entschlossen, Sherlock Holmes sterben zu lassen, weil das Verfassen ständig neuer Geschichten zuviel von seiner Zeit in Anspruch nahm – doch er hatte die treuen Leser unterschätzt, die ihm nach dieser Episode  empörte Beschwerdebriefe sendeten. Viele trugen sogar Trauer, weil sie Holmes und Watson für reale Charaktere gehalten hatten.

Seinen größten Erfolg hatte Conan Doyle 1903 mit oben genanntem Roman – Der Hund der Baskervilles, der unzählige Male verfilmt und vielfach in Szene gesetzt wurde. Nun aber ein paar Worte zum Inhalt, der zwar vielen bekannt sein dürfte, aber dennoch einige erklärende und erläuternde Worte verdient: Sir Henry Baskerville ist der letzte Erbe der Baskervilles, nachdem sein Onkel Charles unter höchst mysteriösen Umständen im Dartmoor den Tod fand. Seit einigen Jahren hält sich hartnäckig eine Familiensage von einem riesigen Geisterhund, der die männlichen Erben der Familie Baskerville im Moor anfällt. Ursprung dafür sei Sir Hugo Baskerville gewesen, ein in höchstem Maße herrischer und cholerischer Charakter, der im Moor seine Geliebte mit einer Meute Hunde auf seinem Pferd zu Tode hetzte – und zum ersten Mal den riesigen Hund erblickte, der auch ihm den Tod brachte. Allen Baskervilles gemeinsam ist ein schwaches Herz, das sich, so ist Holmes nach Sondierung der Lage überzeugt, jemand zunutze gemacht haben muss.

Von Anfang an glauben weder Holmes noch Watson an einen Familienfluch, im Gegensatz zu Dr. Mortimer, der, Leibarzt Henry Baskervilles und derjenige, der Sir Charles‘ Leiche im Moor entdeckte. Äußerst verdächtig machen sich auch die Barrymores, das Haushälterpärchen der Baskervilles, die irgendein Geheimnis zu hüten scheinen. Conan Doyles Stärke ist zweifelsohne die psychologische Färbung des Romans und seiner Protagonisten. Die Landschaftsbeschreibungen versetzen einen mitten in die trübe und unfruchtbare Gegend des Dartmoors, Merkmale des Schauerromans klingen an und nicht zuletzt sorgt der höchst eigenwillige, aber dennoch so liebenswürdige Charakter des Sherlock Holmes für eine spannende und durchdachte Detektivgeschichte, in der jedes Rätsel gelöst und der Bösewicht entlarvt wird. Als großer Sherlock-Holmes-Fan muss und will ich natürlich jedem diesen Roman empfehlen, dessen ausgefeilte Dialoge und überraschenden Wendungen dem heutigen Krimi in nichts nachstehen – ich würde fast sagen, den heutigen Krimi in den Schatten stellen.

Ich sage also, für den Liebhaber der klassischen Kriminalgeschichte, die wesentlich mehr Wert auf psychologische und inhaltliche Zusammenhänge, auf die Deduktion denn auf Blut und Horror legt, sind die Sherlock Holmes Romane und Kurzgeschichten wahrscheinlich unverzichtbar. Und da ich mir neulich die Gesamtausgabe geleistet habe, wird es sicherlich nicht die letzte Holmes-Geschichte sein, die ich hier rezensiere. Aber der Hund der Baskervilles ist und bleibt natürlich eine der bekanntesten Kriminalgeschichten überhaupt. (Außerdem bleibt immernoch das Missverständnis aufzuklären, dass Baskerville eine Stadt sei. Es ist der Hund der Baskervilles, nicht der Hund von oder gar aus Baskerville)

Omne ignotum pro magnifico!

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