Stephen Emond – Happyface


Stephen Emond ist Comiczeichner und hat mit Happyface einen sehr besonderen Roman vorgelegt, der nicht nur bloßes Storytelling, sondern auch was für’s Auge ist.

Der namenlose Protagonist in Happyface hält sich eigentlich für einen ziemlichen Versager. Er ist langweilig, unfassbar verknallt in Chloe – die davon allerdings nicht weiß – und er schlägt sich mit den typischen Problemen eines pubertierenden Teenagers herum.  Er fühlt sich unsichtbar, findet seine Eltern peinlich und weiß auch sonst nicht so recht, wo er hingehört. Ab und an lässt sein Bruder Everett Bemerkungen darüber fallen, wieviel Streit seine Eltern hätten, dass nicht alles so gut ist, wie es den Anschein erweckt.

Man würde ihn für durchschnittlich halten. Bis zu dem Punkt, an dem offensichtlich etwas in seinem Leben passiert, worüber er nie wieder sprechen will. Von einem Moment auf den anderen wandelt er sich zu einem stets lächelnden, witzelnden und fröhlichen Jungen. Er wechselt die Schule, zieht mit seiner Mutter in eine billige Sozialwohnung und versucht, sich so durch’s Leben zu lächeln. Das trägt ihm an der neuen Schule sehr schnell den Spitznamen Happyface ein.

Leider muss auch Happyface die Erfahrung machen, dass man vor sich selbst auch mit einem Grinsen nicht ewig davonlaufen kann.

Das Cover mag zunächst ziemlich plakativ und erschreckend sein, jedenfalls für meine Begriffe. Es ist viel zu grell, interpretatorisch könnte man da Parallelen zu seinem ständigen Lächeln ziehen, aber das wäre unter Umständen des Interpretierens zuviel. Was das Buch aber zu etwas ganz Besonderem macht, ist die Aufmachung. Stephen Emond hatversucht, aus seiner Handschrift eine Schrift zu kreieren, die er in seinem Buch verwenden kann. Das verstärkt den Tagebucheindruck. Darüber hinaus finden sich im ganzen Buch Zeichnungen, die das Lesen auflockern – und manchmal sogar zum Lachen bringen.

Für den einen oder anderen mag die Aufmachung des Buches zuviel sein, manche fühlen sich vielleicht durch die Bilder und kleinen Comicstrips eher von der Geschichte abgelenkt. Für mich gab es aber ein sehr interessantes Gesamtbild, etwas, was ich bisher noch nicht gesehen oder gelesen hatte. Es mag kein tiefschürfendes Buch sein, aber es macht einfach Spaß, es ist gut für zwischendurch. Und ein bisschen Wahrheit findet man auch noch darin.

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